Fairphone – Das faire Smartphone

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Immer wieder steht die Produktion von elektronischen Geräten, wie Smartphones, in der Kritik. Zum einen aufgrund der Arbeitsbedingungen in den Herstellerbetrieben und zum anderen wegen des enormen Ressourcenverbrauchs, der mit der Produktion einhergeht. Zur Herstellung eines Handys werden bis zu 30 Metalle und Mineralien benötigt. Hinzu kommt, dass das mit den Minen erwirtschaftete Geld in vielen Fällen Bürgerkriege finanziert.
Das niederländische Unternehmen „Fairphone“ möchte durch die Produktion seines Smartphones „Fairphone“ auf diese Probleme aufmerksam machen.

Ein Smartphone mit sozialen Werten

Das Fairphone soll unter möglichst fairen Bedingungen, ohne Ausbeutung von Personen, hergestellt werden und die zur Produktion des Smartphones nötigen Rohstoffe aus Minen beziehen, die nachweislich keinen Bürgerkrieg unterstützten. „Wir wollen, dass die Leute merken, was im Elektroniksektor alles schief läuft. Aber dazu brauchen wir eine positive Geschichte, eine Alternative“, so Fairphone.

Die technischen Werte

Technisch gesehen ist das Fairphone eher durchschnittlich. Das Smartphone hat einen 1,2 Gigahertz Vierkernprozessor, ein Gigabyte Arbeitsspeicher, eine Acht-Megapixel-Kamera und 16 Gigabyte Speicherplatz. Der Bildschirm misst 4,3 Zoll und hat eine Auflösung von 960 x 540 Pixeln. Es wiegt 170 Gramm und ist damit im Vergleich zu anderen Smartphones relativ schwer. Das Galaxy S4 wiegt beispielsweise nur 130 Gramm. Als Betriebssystem des Smartphones kommt Android 4.2 zum Einsatz, das aber auch ausgetauscht werden kann. Ein Vorteil des Fairphones ist es, dass sich alle Einzelteile problemlos austauschen lassen, sodass Käufer nicht gleich ein komplett neues Smartphone kaufen müssen, wenn nur ein Teil kaputt ist.

Die Bewertung des Fairphones

Der größte Vorteil des Fairphones ist seine faire und transparente Produktion. Die Rohstoffe stammen aus Minen, die laut OECD-Richtlinien als konfliktfrei gelten. Die chinesische Firma A’Hong, die das Fairphone produziert, wird laut Fairphone regelmäßig von unabhängigen Gutachtern kontrolliert. Kritische Stimmen bemängeln, dass das Fairphone tatsächlich nur wenige wirklich faire Elemente enthält und sich kaum von anderen Smartphones unterscheidet. Denn auch andere Smartphone-Hersteller wie Nokia oder Motorola unterstützten Projekte wie die „Conflict-Free Tin Initiative“, sodass das Engagement Fairphones von Kritikern als wenig neu gewertet wird.

Dem Smartphone-Hersteller Fairphone ist es gelungen, viel Aufmerksamkeit auf die eingangs beschriebenen Probleme zu lenken. Zudem fand das Fairphone viele Käufer, sodass die Gesamtproduktion von 10.000 auf 20.000 Smartphones angehoben wurde. Es wäre erfreulich, wenn das Fairphone größere Smartphone-Hersteller dazu bewegen würde, ihre Bemühungen im Bereich der fairen und nachhaltigen Produktion von Smartphones und auch anderer elektronischer Geräte weiter auszubauen.

Tobias

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Ich habe Wirtschaftswissenschaften an der Uni Oldenburg studiert und bin nun im Bereich Online-Marketing und Content-Mangement tätig. Da mich Themen aus den Bereichen Technik und Multimedia begeistern, bin ich sehr an neuen Entwicklungen und Trends aus diesen Bereichen interessiert.

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